Macht es wirtschaftlich Sinn, über seine Arbeit in einem Coworking Space zu bloggen? Die Beispiele von Ryan Chatterton und Madlen Freudenberg beantworten diese Frage.


Zurzeit ist Ryan Chatterton in Berlin und ich nutze heute diese seltene Möglichkeit, um ihn zu unserem unregelmäßig stattfindenden Meetup „St. Oberholz Friday Afternoon Coffee“ einzuladen. Ryan ist ein internationaler Coworking-Experte und hat u.a. den ersten Coworking Space in Salt Lake City gegründet.

Heute arbeitet Ryan als Marketing-Direktor bei Habu, einem Software für Coworking Spaces entwickelnden Unternehmen. Des Weiterem ist er Blogger und betreibt das Blog Coworking Insights (welches ich mir für ITMR etwas zum Vorbild genommen habe). Kurzum gesagt, mit einem Typen wie Ryan möchte/sollte/muss man sich unterhalten, wenn man etwas über Coworking lernen möchte.

Beim Meetup erklärte Ryan, dass er sich mit seinem Blog als Experte für das Thema Coworking positionieren wollte, um von anderen Coworking Spaces für Beratungsaufträge engagiert zu werden. Dies klappte so natürlich nicht, denn die wenigstens Coworking Spaces sind wirtschaftlich dazu in der Lage, für solche Aufgaben ein Budget bereit zu stellen.

Zu Bloggen macht Sinn

Ryan Chatterton

Ryan Chatterton, © 2017

Viel Geld verdient Ryan also nicht mit dem Bloggen, aber er wurde und wird als ein erfahrener Impulsgeber der Coworking-Szene wahrgenommen, der sein Wissen mit anderen teilt. Dies ist etwas, dass sich nicht nur gut anfühlt, sondern sowohl in die eigene Marke als auch die Beziehungen zu anderen Coworking-Akteuren einzahlt.

Nichtsdestotrotz kann sich ein Blog auch wirtschaftlich für Betreiber*innen von Coworking Spaces lohnen. Zwar sind es nicht andere Coworking Spaces, die einen engagieren, aber Unternehmen und Veranstalter*innen sind sehr oft dazu bereit, für Vorträge und Workshops auch Honorare zu bezahlen. Und das, obwohl man ja sein Wissen auch auf einem Blog veröffentlicht.

Schon in meiner Zeit bei den Netzpiloten fiel mir auf, dass es nur wenige Artikel zu einem bestimmten Thema brauchte, um gezielt für dieses Thema als Interviewpartner oder Podiumsredner eingeladen zu werden. Experte zu werden ist einfach, aber auch Expertise zu besitzen, bedarf viel Arbeit. Und diese ist dann auch durchaus Honorare wert.

Jeder Beitrag besitzt Mehrwert

Auf dem Meetup war auch Madlen Freudenberg von Kassels erstem Innovationslabor Neue Denkerei zu Gast, die auf ihrer Heimfart von einer Ostseeinsel, auf Facebook über das spontan angesetzte Meetup las und kurzfristig vorbeikam. Sie organisiert momentan in Kassel mit „Co-Working Out Loud“ ein spannendes Community-Building-Format, über das sie hoffentlich bald bloggen und reden wird.

Denn auch von dem kleinsten und jüngsten Coworking Space kann man etwas lernen. Die vermeintlich Großen in unserer Szene kochen auch nur mit Wasser und wir alle sind darauf angewiesen, dass wir unser Wissen miteinander teilen. Davon profitieren wir am Ende alle. Sharing ist eben doch caring, wie es so schön heißt.